

Illustration: © Tomkong
Der richtige Sitz macht‘s!
Der Einstieg in die F3 ist nicht der einfachste, klappt aber problemlos, wenn man die Technik einmal raushat, wie man sich über die hintere Rolle ganz bequem in die vorher arretierten Unterschenkelpolster sinken lässt.
Sitzen Sie richtig, wird per Handgriff die Rückenlehne in die korrekte Position gebracht. Erst jetzt geht’s los: Hände an die Griffe, Wirbelsäule und Kopf gerade strecken, dann den Oberkörper im Zeitlupentempo so weit wie möglich nach hinten führen, kurz halten und zurück. Und natürlich vorne das Gewicht nicht absetzen. Die F3 belohnt uns mit einem hoch effektiven Training für die untere Rückenstreckmuskulatur.
Die erwischen wir nämlich nur, wenn wir alle Hilfsmuskeln bei der Bewegung ausschalten – genau deswegen wird das Becken derartig fixiert.
Übrigens: Den korrekten Einstieg zeigt Ihnen jeder Mitarbeiter gerne noch einmal – bis er sitzt.
Die F3 – das Nonplusultra für die tiefen Rückenstrecker

Der Vorteil dieser Trainingsmaschine gegenüber gymnastischen Rückenkräftigungsübungen ist die gezielte Ansteuerung und Belastung der tiefen segmentalen Anteile der Rückenstreckmuskulatur (M. erector spinae). Viele Gymnastikübungen wie z. B. der Vierfüßlerstand mit Katzenbuckel zeigen zu geringe oder unspezifische Muskelaktivierungen in dieser so wichtigen Muskelgruppe. Eine Kräftigung kann dadurch nicht erreicht werden. Ein weiterer Pluspunkt der F3 ist die Exzenterscheibe, die den Trainingswiderstand der natürlichen Kraftkurve der Rückenstreckmuskulatur anpasst. Bei einer Gymnastikübung wie z. B. dem Rumpfheben wird die Muskulatur dagegen nicht über den gesamten möglichen Bewegungsradius trainingswirksam belastet.
Dr. Sven Goebel, Forschungsabteilung Kieser Training
Literatur Konrad, P. (2000). Experimentell abgesicherte Trainingshinweise zur Haltungskoordinierung und zu ausgewählten Kräftigungsübungen der Rumpfmuskulatur. Die Säule, 3, 12–19.
Es ist eigentlich «nur» eine Zahl – aber eine mit unglaublicher Aussagekraft: Auf 48,9 Milliarden Euro belaufen sich laut einer aktuellen Hochrechnung die Kosten, die in Deutschland pro Jahr alleine durch Rückenschmerzen verursacht werden. Kein Wunder, immerhin leiden 70 Prozent der erwachsenen Deutschen mindestens einmal im Jahr an Beschwerden mit dem Kreuz. Wissenschaftler haben nun die genauen finanziellen Parameter für eines der häufigsten und kostenintensivsten Gesundheitsprobleme in den Industrienationen untersucht.
Die Fakten: Insgesamt 9.267 Deutsche standen auf dem wissenschaftlichen Prüfstand des Institutes für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen des Helmholtz- Zentrums München, des Deutschen Forschungszentrums für Gesundheit und Umwelt und des Instituts für Community Medicine der Ernst-Moritz- Arndt-Universität in Greifswald. Erstmalig untersuchten die Forscher dabei den Zusammenhang zwischen den entstehenden Kosten und soziodemografischen Faktoren wie Geschlecht, Alter, Bildung und Familienstand.

Die Ergebnisse: Jeder Rückenschmerzpatient verursacht im Durchschnitt 1.322 Euro Kosten pro Jahr. Dabei entfallen 46 Prozent auf direkte Behandlungskosten für Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte sowie Therapiemaßnahmen und Medikamente. Laut einer BKK-Studie zählen Medikamente, Krankengymnastik und Massagen sowie Spritzen zu den häufigsten Behandlungsmethoden (siehe Grafik). Den Rest von 54 Prozent nehmen indirekte Kosten ein, die durch Arbeitsausfälle entstehen. Nicht überraschend, aber hinsichtlich der Höhe entscheidend für kostensenkende Maßnahmen: Je höher der Schmerzgrad, desto intensiver sind die damit verbundenen finanziellen Aufwendungen. Zu den «kostenintensiven Patienten» gehören zudem Personen im Alter von rund 50 Jahren, Menschen mit niedrigem Bildungsstand, von der Arbeitslosigkeit Betroffene sowie Alleinlebende. Frauen tauchen in der Statistik zwar generell häufiger als Kostenverursacher auf, was mit dem höheren Gesundheitsbewusstsein zusammenhängen dürfte, die höheren Kosten entfallen aber trotzdem auf die männliche Bevölkerungshälfte.
Die Budget-Schieflage: Rechnet man die Pro-Kopf-Kosten von 1.322 Euro auf die Gesamtbevölkerung um, kommt man auf eine jährliche Summe, die 2,2 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts entspricht: gigantische 48,9 Milliarden Euro. Hinzu kommen Ausgaben, die Betroffene aus eigener Initiative zur Vorsorge und Linderung der Beschwerden tätigen. Obwohl die Summe nur eine Schätzung darstellt, stützt das Ergebnis die Forderung nach innovativen medizinischen Strategien sowie effektiven Präventionsprogrammen zur Kostensenkung
Der effektive Trainingsklassiker mit Turboeffekt macht müde Muskeln munter.
Was ist ein Einsatztraining?
Grundsätzlich unterscheidet man beim Krafttraining zwischen einem sogenannten «Mehrsatz-» und einem «Einsatztraining». Beim traditionellen Mehrsatztraining wird eine Übung in üblicherweise drei Sätzen mit z. B. 8, 10, 15 oder 20 Wiederholungen durchgeführt. Stehen auf dem Trainingsplan dreimal 15 Wiederholungen, absolviert man also jede Übung insgesamt dreimal; dazwischen legt man eine kleine Verschnaufpause ein. Beim Einsatztraining hingegen trainiert man jede Übung nur in einem einzigen Durchgang und spart somit Pausen und Trainingszeit. Wobei man auch hier berücksichtigen muss, dass dieselben Muskeln bei den unterschiedlichen Übungen oft nochmals zum Einsatz kommen.

Viele Fitnessstudios propagieren ein Mehrsatztraining – ist das Einsatztraining weniger effektiv?
Mitnichten! Studien bescheinigen beiden Varianten einen ähnlichen Trainingseffekt – Maximalkraft und Kraftausdauer sind keine Frage der Sätze. Sowohl Ihr individuelles Kraftmaximum als auch die Ermüdungswiderstandsfähigkeit sowie das Wachstum Ihrer Muskeln können Sie mit beiden Varianten deutlich steigern. Ein Einsatztraining ist aber effizienter, weil man in weniger Zeit den gleichen Effekt erreicht.

Fotos: Michael Ingenweyen
Warum ist das Einsatztraining so effektiv, wenn ich doch im Grunde genommen nur ein Drittel des Trainings absolviere?
Letztendlich ist das Ziel der beiden Trainingsformen dasselbe: Bei der letzten Wiederholung soll der trainierte Muskel sich «brennend» spürbar machen, das heißt die Muskulatur wird so beansprucht, dass sie an ihre aktuelle Leistungsgrenze kommt. Denn erst das Überschreiten einer gewissen Reizschwelle bringt den nötigen Kraftzuwachs. Beim Training mit mehreren Sätzen soll die «summierte Ermüdung» durch die vielen Wiederholungen dafür sorgen. Das Einsatztraining geht den direkten und schnelleren Weg und erschöpft den Muskel durch mehr Gewicht.
Welchen Trainingsbonus bietet die Einsatzvariante?
Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Das Einsatztraining benötigt insgesamt deutlich weniger Trainingszeit. Langwierige und zudem langweilige Trainingsprozeduren werden unnötig. Bei Kieser Training nimmt man sich vor allem in den ersten drei Trainingseinheiten die Zeit, um Ihnen das Trainingskonzept zu vermitteln.
Was ist das Besondere an der Kieser Training-Methode?
Kieser Training ist ein Einsatztraining, bei dem die Muskeln isoliert trainiert und in einer Trainingszeit von 60 bis 90 Sekunden lokal erschöpft werden. Aufgrund des optimalen Verhältnisses von Trainingsgewicht und -dauer ist die Methode sehr effizient und für jeden geeignet: Ob jung oder alt, Frauen oder Männer, Anfänger oder Fortgeschrittene – alle können ihr Trainingsziel erreichen. Und bei gesundheitlichen Einschränkungen werden in Absprache mit dem Arzt individuelle Modifikationen der Trainingsmethodik vorgenommen.
