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Die Maschine des Monats


Illustration: © Tomkong

Kieser Training verfügt exklusiv über eine Maschine, die mit zwei Übungen das Training der Rotatorenmanschette der Schulter ermöglicht: E4 (Schulterdrehung nach innen) und E5 (Schulterdrehung nach außen). Die Rotatorenmanschette legt sich um den Kopf des Oberarmes.

Ihre Aufgabe ist es, den Oberarmkopf zu positionieren und zu stabilisieren sowie die Rotationsbewegungen des Oberarms auszuführen.

Da die Schulter das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers ist, ist sie besonders verletzungsanfällig. Sobald ein Kräfte-Ungleichgewicht zwischen den beteiligten stabilisierenden und bewegenden Muskeln besteht, kann es zu Beschwerden kommen. Ein Training an der E4 und der E5 hilft, Dysbalancen zu beseitigen, den Oberarmkopf besser zu zentrieren und ihn bei Bewegungen stabiler in Position zu halten.

 

 


Der Expertentipp

Nahezu jeder vierte Kieser Training- Kunde kommt mit Schulterbeschwerden. Zwei Drittel aller Menschen haben früher oder später im Leben mit Schulterschmerzen zu kämpfen. Ein systematisches präventives oder rehabilitatives Krafttraining der Schulter und des Schultergürtels anzubieten, ist für Kieser Training also von größter Bedeutung.

Am häufigsten tritt das sogenannte «Impingement-Syndrom» auf. Darunter versteht man Schulterschmerzen, die dadurch entstehen, dass Muskeln und Sehnen zwischen den knöchernen Strukturen im Schultergelenk eingeklemmt werden. Da diese Beschwerden instabilitätsbedingt sind, bietet sich ein umfassendes Krafttraining der Schulterregion als Lösung an. Vorrangiges Ziel dieses Trainings ist eine Druckverringerung in der Verengung unter dem Schulterdach, wobei die Zentrierung des Oberarmkopfes eine wichtige Rolle spielt.

Neben der E4 und der E5, die die Rotatorenmanschette kräftigen, tragen die C- und D-Maschinen zur richtigen Positionierung des Schulterblatts bei. Für Kunden mit Schulterbeschwerden ist es wichtig, die Möglichkeit zur ärztlichen Trainingsberatung zu nutzen, um hier spezifische Empfehlungen für das Training zu erhalten.

Anika Stephan, Forschungsabteilung Kieser Training

Neues aus der Wissenschaft – Abgeschlaffter Geist trainiert nicht gut

Mens sana in corpore sano – das wussten schon die pfiffigen Römer anno dazumal. Doch es steckt nicht nur ein gesunder Geist in einem gesunden Körper, es gilt auch andersherum: Will der Körper sich trimmen, muss unser Geist fit sein.

Diesen überraschenden Zusammenhang stellten britische Forscher jüngst fest. Sie ließen ihre 16 Studienteilnehmer zweimal kräftig in die Ergometerpedalen treten. Beim ersten Mal mussten diese zuvor eine anderthalbstündige langweilige Dokumentation über sich ergehen lassen. Vor dem zweiten Versuch gab’s einen ebenfalls 90-minütigen Reaktions- und Gedächtnistest, der die grauen Zellen mächtig forderte.

Volle Pulle voraus: Bis zur völligen Erschöpfung sollten die Probanden danach strampeln. Um die Teilnehmer zu motivieren, offerierten die Wissenschaftler den Besten eine Geldprämie. Schafften diese die festgelegte Trittgeschwindigkeit trotz Anfeuern nicht mehr, endete das Training. Bei jedem Versuch wurden Daten zur Leistungsfähigkeit wie Herzfrequenz, Sauerstoffversorgung und Blutzucker gemessen.

Das erstaunliche Ergebnis: Je angestrengter die Probanden vorher ihr Gehirn auf Trab bringen mussten, umso schlapper waren die Beine auf dem Ergometer anschließend. Brachten sie nach der Dokumentation die volle Leistung, so sank diese nach dem Reaktions- und Gedächtnistest im Schnitt auf 85 Prozent. Dabei fiel auf, dass dieses Minus sich nicht im Anstrengungsgrad bei Beendigung des Trainings bemerkbar machte, sondern vor allem zu Beginn. So fühlten sich die Studienteilnehmer nach der anstrengenden Kopfarbeit viel mehr gefordert und erreichten ihren maximalen Krafteinsatz früher. Trotzdem wiesen die physiologischen Daten kaum Unterschiede auf und auch die Motivation veränderte sich nicht. Die wissenschaftliche Schlussfolgerung: Ein geistiger Kraftakt verringert auch die körperliche Leistungsfähigkeit – man fühlt sich nach mentaler Anstrengung auch körperlich erschöpft. Verantwortlich dafür sind aber weder Herz und Kreislauf noch Muskeln, sondern vermutlich eher das Gehirn, das auf «Schonprogramm» fährt. Wir reagieren sensibler auf körperliche Aktivität, sind weniger tolerant für ein anstrengendes Training und fühlen uns einfach schneller schlapp.

Unser Tipp: Nach einem langen Tag im Büro macht unser Hirn auf faulen Schweinehund – aber wir trainieren trotzdem. Schließlich wollen wir einen gesunden Geist und einen gesunden Körper!

5 Fragen … zur Fettverbrennung

Warum Krafttraining schlank macht, unsere Muskeln permanent Kalorien verheizen und Kilos eigentlich unwichtig sind.

Ausdauertraining lautet meist die Devise fürs Wunschgewicht – warum sollte man trotzdem auf Krafttraining setzen?
Grundsätzlich bringen Laufen, Walking, Radfahren oder Schwimmen Kalorienbilanz und Fettverbrennung sowie Herz und Kreislauf mächtig auf Trab. Deswegen sollten Sie keineswegs auf ein regelmäßiges Ausdauertraining verzichten – auf ein Krafttraining allerdings auch nicht, denn die effektivste Formel im Kampf gegen die Kilos lautet: Ausdauer- plus Krafttraining. Die trainierten Muskeln bieten einen riesigen Vorteil – sie erhöhen den Grundumsatz und verbrauchen rund um die Uhr Kalorien (vgl. «Unsere Muskeln halten schlank», Seite 1).


Fotos: Michael Ingenweyen

Was bringt Krafttraining fürs Abnehmen?
Im Prinzip funktioniert die gewünschte Gewichtsreduktion ganz simpel: Der Energieverbrauch muss höher sein als die Energiezufuhr, d. h., wir müssen mehr verbrauchen, als wir uns per Nahrung zuführen. Für diese negative Kalorienbilanz ist Krafttraining besonders hilfreich, da es nicht nur während und nach dem Training Energie verbrennt, sondern zusätzlich auch unseren wichtigsten Ofen für die Fettverbrennung – die Muskulatur – erhält. Zudem verhindert ein begleitendes Krafttraining den ansonsten unvermeidlichen Abbau von Muskelmasse während einer Diät.

Was ist eigentlich der Nachbrenneffekt?
Nach einem anstrengenden Training verheizt unsere Muskelmasse zusätzlich lästiges Fett – dieser nicht unerhebliche Nebeneffekt kann bis zu 48 Stunden andauern. Grund dafür sind die im Körper ablaufenden Anpassungs- und Reparaturprozesse aufgrund des Trainingsreizes. Hungern müssen Sie dafür trotzdem nicht: Solange Sie das postsportive Kalorienminus nicht durch Extraportionen egalisieren, dürfen Sie sich ganz beruhigt satt essen.

Kann man mit speziellen Übungen gezielt an gewünschten Körperteilen abspecken?
Fitnessangebote wie Bauch-Beine- Po-Kurse mögen die Möglichkeit eines punktuellen Fettabbaus in den hinlänglich bekannten Problemzonen suggerieren. Von der Wirklichkeit sind solche Versprechen jedoch meilenweit entfernt – keine Bauchübung lässt das Bauchfett schwinden. Die Wahrheit: Die Fettdepots können nicht zielgenau eliminiert werden. Eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining sowie eine reduzierten Kalorienzufuhr lassen aber die Fettzellen am gesamten Körper schrumpfen – und das nach einem individuell festgelegten Muster. So verlieren die meisten Menschen das Fett zuerst im Gesicht, an Armen und Beinen. Erst danach geht’s dem Bauch- und Hüftspeck an den Kragen. Trotzdem formt Krafttraining effektiv die Figur, denn die Übungen straffen das Gewebe, bauen Muskulatur auf und sorgen für knackige Kurven. Und das bringt oft mehr für die Optik als zwei Kilo weniger auf der Waage.

Sind die Kilos wirklich so entscheidend?
Ein weitverbreiteter Irrtum: Nicht das Gewicht ist für unsere Gesundheit ausschlaggebend, sondern vor allem der Fettanteil im Körper. So kann eine schlanke und leichtgewichtige Frau mehr Fett im Körper haben als eine Sportlerin, die aufgrund ihrer gut ausgebildeten Muskulatur deutlich mehr auf die Waage bringt.