Ausgabe für Österreich | www.kieser-training.com
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Wer neben der körperlichen Bestform auch die eigene Mitte finden möchte, liegt mit der uralten Lebensweisheit des Yoga auf der richtigen Matte.
Der Trend, der nie einer sein wollte, bietet mehr als nur ein effektives Training für unseren Körper, denn Yoga kräftigt nicht nur unsere Muskeln, sondern stärkt auch Geist und Seele: Das wirksame Trio aus Übungen, Atemtechniken und Entspannung bringt uns auf einen Weg, der zu uns selber führt.

Foto: Helge Strauss, www.soniabach.com, www.theyogaloft.de
Die drei Pfeiler des Yoga
Beim Üben werden die sogenannten «Asanas» – vorgegebene Körperhaltungen im Stehen, Sitzen oder Liegen – eingenommen, die man wie z. B. den «herabschauenden Hund» für eine bestimmte Anzahl von tiefen und langsamen Atemzügen statisch hält. Aneinandergereiht ergeben die Asanas fließende Bewegungsabfolgen, typisches Beispiel ist der beliebte «Sonnengruß». Die Aufrichtung der Wirbelsäule findet dabei besondere Beachtung. Dadurch verbessert sich unser Körpergefühl und wir vermeiden Fehlhaltungen. Zugleich erfahren wir im wahrsten Sinne Aufrichtigkeit – eine bewusste Geisteshaltung, die uns im Alltag bestärkt. Unverzichtbar beim Üben sind die verschiedenen Atemtechniken, «Pranayama » genannt, die mittels Einund Ausatemphasen den Bewegungsrhythmus bestimmen und die Asanas unterstützen. Beim abschließenden Meditieren kommen wir in unserem Inneren an, lassen Gefühle und Gedanken an uns vorbeiziehen. Mit der Zeit schenkt uns das Meditieren Gelassenheit und Achtsamkeit und erleichtert uns stressige Lebensturbulenzen
Individualität zählt
Als wichtigster Grundsatz beim Yoga gilt das Akzeptieren der eigenen Grenzen. So soll man nur vorsichtig üben und die Signale des Körpers wahrnehmen, um an der richtigen Stelle haltzumachen. Da die Asanas zuweilen recht anstrengend sind und die Haltepositionen vor allem unsere (Durchhalte-)Kraft fordern, kann ein zusätzliches Krafttraining eine gute Basis schaffen und vor Verletzungen schützen – insbesondere wenn z. B. Rücken oder Handgelenke zu schnell schlappmachen. Eine vorgegebene Norm muss trotzdem niemand erfüllen; den Anstrengungsgrad bestimmt man selber. Per Hilfsmittel wie Decke, Sitzkissen, Klotz oder Gurt können die Asanas zudem erleichtert und unterstützt werden. Dadurch ist Yoga für Menschen jeden Alters, unabhängig von Fitnesslevel und Gesundheitszustand, praktizierbar. Bequeme Kleidung und Socken statt Schuhe reichen – Yogamatten und Decken sind oft vorhanden.
Yogaluft schnuppern
Die Vielfalt der Stile bietet für jeden Geschmack etwas – wer nicht rumprobieren möchte, kann mit dem weitverbreiteten und grundlegenden Hatha-Yoga beginnen. Neulinge sollten unbedingt unter fachkundiger Anleitung üben, um die korrekten Körperhaltungen zu erlernen. Qualifizierte Yogalehrerinnen oder Yogalehrer müssen eine Ausbildung von mindestens 200 Stunden oder eine vierjährige Qualifikation durch den Berufsverband der Yogalehrenden (BDY, Infos unter www.yoga.de) in Deutschland vorweisen. Anfängerkurse finden Sie nicht nur in Yogaschulen, sondern auch in Volkshochschulen, Sportvereinen und Fitnessstudios. Tipp: Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach – erfüllt das Angebot die Kriterien für einen Präventionskurs, bekommen Sie einen finanziellen Zuschuss zu den Kursgebühren.

Marion Leszuk, 62 Jahre, war eine der ersten Kundinnen in Österreich
und trainiert seit fast 10 Jahren bei Kieser Training.
Foto: © www.fotoweinwurm.at
Frau Leszuk, Sie trainieren seit März 2000, also seit der ersten Stunde, im Kieser Training-Betrieb am Julius-Tandler-Platz im 9. Wiener Gemeindebezirk. Wie sind Sie damals auf Kieser Training aufmerksam geworden?
Das war durch eine Postwurfsendung. Was da beschrieben stand, hat recht interessant geklungen. Also habe ich mir die Vorträge bei der Eröffnung angehört und mir den Trainings- Betriebmal angesehen. Ich war dann so angetan, dass ich es einfach ausprobiert habe. Und seither bin ich dabei.
Können Sie sich noch an Reaktionen aus ihrem Freundeskreis erinnern?
Nachdem Kieser Training damals in Österreich ganz neu war, haben die meisten nicht viel mehr als „Aha“ gesagt. Die stellten sich vor, dass ich in irgendein Fitnesscenter gehen würde. Ich finde es ganz toll, dass das Training betreut ist und dass man nichts falsch machen kann. Speziell wenn man irgendwelche Leiden hat. Man kann ja durch falsches Training mehr kaputt machen, als es Nutzen bringt.
Haben Sie auch die ärztliche Trainingsberatung in Anspruch genommen?
Ich war sogar bei Frau Primaria Preisinger, die den Vortrag bei der Eröffnung gehalten hat. Das hat mich sehr gefreut, weil ich von ihr schon beim Vortrag begeistert war. Wissen Sie, ich leide an Osteoporose, erblich bedingt.
Konnten Sie da eine Veränderung durch Kieser Training feststellen?
Bei mir ist man frühzeitig draufgekommen, dass ich Osteoporose habe. Ich war damals 53 oder 54 Jahre. Seither nehme ich Medikamente, bin regelmäßig in der Osteoporoseambulanz zur Kontrolle und ich mache Kieser Training.
Meine Osteoporose verschlechtert sich nicht mehr gravierend. Vom Gefühl her habe ich sie halbwegs im Griff. Wenn ich an meine Mutter denke - immer nur Brüche und erst die Wirbeleinbrüche – das ist mir, Gott sie Dank, alles erspart geblieben. Meine Mutter hat auch höllische Schmerzen gehabt, ich hingegen bin relativ schmerzfrei, und das ohne Schmerzmedikamente. Das ist viel wert! Das führe ich schon auf das Training zurück.
War die Überwindung zum ersten Training groß?
Nein, überhaupt nicht, weil ich von dem Konzept so angetan war. Ich war motiviert. Und ich habe ziemlich schnell gemerkt, dass es mir gut tut, und mich von einer Trainingsstunde zur anderen gefreut. Im ersten Jahr war ich noch zwei Mal in der Woche, jetzt bemühe ich mich einmal in der Woche zu kommen.
Als ich begonnen habe, habe ich eine sehr schwache Muskulatur gehabt. Ich bin sicher keine Sportlerin! (lacht) Doch innerhalb kurzer Zeit, habe ich mich wirklich gesteigert. Jetzt, nach all den Jahren, habe ich einen Zenit erreicht. Man darf halt das Alter nicht vergessen: Es macht einen Unterschied, ob man knapp über 50 Jahre ist oder eben 62, wie ich heute.
Was hat Sie bei der Stange gehalten, beziehungsweise wie überwinden Sie Ihren inneren Schweinehund?
Ich gehe immer noch gerne trainieren, aber der Enthusiasmus ist schon ein wenig verloren gegangen. Doch es gibt da etwas: Mir tut das Training richtig gut! Danach fühle ich mich irgendwie leicht. Ich glaube, da spielen die Glückshormone ein wenig mit.
Könnten Sie sich vorstellen, von heute auf morgen mit Kieser Training aufzuhören?
Also nein, da würde mir doch etwas abgehen. Mein Vertrag ist jetzt im Mai abgelaufen und ich habe auch gleich wieder für zwei Jahre verlängert. Solange es gesundheitlich geht, verlängere ich auch immer wieder. Ich möchte ja für meine zwei Enkelkinder fit bleiben.
Das Interview führte Christine Steindorfer.
Zum Thema wird uns der Körper zumeist erst dann, wenn er sich störend bemerkbar macht, sprich, wenn er nicht mehr so funktioniert, wie wir es von ihm erwarten. Den menschlichen Körper kann man jedoch nicht bloß unter dem Aspekt seiner Funktionalität betrachten. Körper und Geist sind nur als wechselseitig sich bedingende Einheit denkbar. Ebenso wenig wie es der Geist ist, der sich den Körper baut (Friedrich Schiller), ist das Geistige die «Zeichensprache des Leibes» (Friedrich Nietzsche). Jede Sichtweise, die den Menschen auf bloßes Körper-Sein oder reines Geist- Sein reduziert, verfehlt einen wesentlichen Aspekt des In-der-Welt-Seins des Menschen. Das Ich beziehungsweise das Ich-Empfinden des Menschen lässt sich ebenso wenig durch die Messung von Hirnströmen erschöpfend erklären, wie sich ein Bandscheibenvorfall alleine durch Handauflegen und gutes Zureden heilen lässt. Nur im untrennbaren Wechselspiel des geistigen und körperlichen Seins, das heißt, nur im als Einheit von Geistigem und Körperlichem verstandenen «Zwischen», kann sich das erfüllen, was sich im Begriff «Mensch» ausdrückt. Der Körper ist eben nicht nur unabdingbarer Mittler zwischen Ich und Welt, sondern ebenso Teil des Ichs, wie das Ich Teil des Körpers ist.
Siegfried Reusch, Chefredakteur des Journals für Philosophie «der blaue reiter»
Aktuelle Ausgabe: Unser Körper – Zwischen Ich und Welt (ISBN: 978-3-933722-24-9)
www.derblauereiter.de

Ralf Kälin
Geschäftsführer Österreich
Gesundheitsorientiertes Krafttraining zählt heute zu den wirksamsten Therapiemethoden. Ihre präventive und therapeutische Bedeutung für den Bewegungsapparat, die Knochenqualität, den Stoffwechsel, die Körpergewichtskontrolle und die Figurformung ist unbestritten. Trotzdem ist sich erst ein Bruchteil der Bevölkerung über den Nutzen eines korrekten Krafttrainings bewusst.
Tägliche Aufklärungsarbeit aber auch Studien, wie jene der MedUni Wien, sind notwendig. Auch betriebliche Gesundheitsförderung kann eine wichtige Rolle spielen. Von ihr können Mitarbeiter und Unternehmen gleichermaßen profitieren. Schlussendlich liegt es jedoch an einem selbst, eigenverantwortlich und regelmäßig zu trainieren. So wie es unter anderem Frau Leszuk seit fast zehn Jahren praktisch vorlebt.
Herausgeber Kieser Training AG, Systemzentrale, Kanzleistrasse 126, CH-8026 Zürich
Vertretungsberechtigter Geschäftsführer Jörg Pribil
Redaktionsleitung Tania Schneider, reflex@kieser-training.com
Freie Mitarbeiterin Michaela Rose, www.sportjournalistin.de
Programmierung Michael Fuchs Online-Marketing, www.mfo.ch
Verantwortlicher im Sinne von § 10 Abs. 3 MDStV Bastian Kauerhoff, Kieser Training AG
Erscheinungsturnus alle drei Monate
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