Ausgabe für Österreich | www.kieser-training.com
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Haben Sie sich schon mal ein Bild von Ihren Gelenken gemacht? Den ergebenen Dienern der Bewegung? Sie haben die Aufgabe, Druck abzufangen, und sie übertragen die Kraft, die zur Bewegung führt – vom Schreiten bis zum Nicken, vom Heben der Beinpresse bis zum Tippen auf der Tastatur.

Stellen Sie sich einen Hühnerknochen vor. Sie sehen: Der weiße Knorpel ist fest mit dem Knochen verzahnt und besteht aus Eiweiß-, Zucker- und Wassermolekülen. Wie ein pralles Kissen federt er Stöße ab. Nun halten Sie gedanklich einen zweiten Hühnerknochen hin, dazwischen ist dann ein Spalt. Da hinein geben Sie ein bisschen Öl, als Gelenkschmiere. Es sorgt dafür, dass die beiden glatten Knorpel nicht aneinanderreiben. Nun stülpen Sie in Gedanken einen Schlauch Bindegewebe drüber und kleben ihn um beide Knochen. Dieser Schlauch enthält Blutgefäße, die das Gelenk mit Nährstoffen versorgen. Und er birgt Nervenfasern, die schmerzempfindlich sind und die das Gelenk beim Bewegen spüren. In der Mitte, wo der Knorpel beginnt, verdickt sich der Schlauch und umschließt so schützend das Gelenk, als Gelenkkapsel. In diese sind Bänder verwebt, die verhindern, dass Sie sich komisch verrenken.
Nun ahnen Sie, wie ein Gelenk aussieht. Natürlich hat sich die Natur da wunderbare Spezialisten ausgedacht – für Kiefer, Nacken, Schulter, Ellenbogen, Hüfte, Hand, Knie, Fuß, … Einachsig, zweiachsig, Scharniergelenke, Sattelgelenke, ebene Gelenke und solche mit Kugellager.
Bewegung hält sie jung und gesund
Durch Training kann man Gelenke viel, viel beweglicher und stabiler machen. Allein Bewegung ernährt den Knorpel, dem ja selbst Blutgefäße fehlen. Bewegung pumpt über die Gelenkschmiere Nährstoffe in den Knorpel und transportiert Abfallprodukte heraus. Sie hält die Chondrozyten (Knorpelzellen) jung. Stellt man die Bewegung ein, nimmt die Elastizität des Knorpels ab, es bilden sich feine Risse, die Oberfläche raut auf. Und der Knorpel reibt ab, bis die Knochen aufeinanderschmirgeln. Das nennt sich dann «Arthrose». Und wenn sich das entzündet, hat man eine schmerzhafte Arthritis. Arthrose gehört zum Alter? Nee. Heute schleicht sie sich schon in die Gelenke von 20-Jährigen. Das Gelenk wird steifer und steifer. Da muss man dann jede Menge Entzündungshemmer und Schmerzmittel schlucken, die den Magen zum Bluten bringen, die Nieren kaputt machen. Und man kriegt Bewegung verordnet. Gegen den Schmerz antrainieren – das hätte man auch früher machen können. Vorbeugend.
Marion Grillparzer
Autorin des Buches: KörperWissen. Entdecken Sie Ihre innere Welt. 2007. München: Gräfe und Unzer Verlag.
Welche Auswirkung hat Kieser Training eigentlich auf …
Wer rastet, der rostet! Diese etwas antiquierte Weisheit gilt vor allem für unsere Gelenke, die Belastung lieben. Bringen wir sie nicht regelmäßig auf Trab, verkümmert ihre eigentliche Funktion – sie werden unbeweglich, wir verlieren unsere Flexibilität. Aber auch in puncto Gelenke gilt: Kieser Training wirkt!
Bange Frage vieler Krafttrainingsanfänger: «Machen meine Gelenke das Muskeltraining überhaupt mit?» Insbesondere bei ohnehin schon lädierten Gelenken ist die Angst groß, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen könnten sich verschlimmern. Argumente, die wirksam entkräftet werden können, denn Gelenkfreundlichkeit wird bei Kieser Training großgeschrieben.

Kieser Training – ein kräftiges Argument für Ihre Gelenke
Zunächst einmal werden die Trainingsbewegungen exakt von den Maschinen vorgegeben – dadurch sind falsche Bewegungen fast unmöglich und es besteht nahezu kein Verletzungsrisiko. Außerdem legen die Instruktoren ein besonderes Augenmerk darauf, dass die Gelenkachsen mit den Belastungsachsen der Trainingsgeräte übereinstimmen. Deshalb bekommt jeder Trainierende seine individuellen Einstellungen für Sitzhöhe, Lehnen, Polster und Griffe. Zudem sorgt die spezielle Exzenter-Technik in den Kieser Training-Maschinen für eine gleichmäßige Belastung von Muskeln und Gelenken – Belastungsspitzen bleiben aus.
Rundum stark
Krafttraining macht nicht nur schlappe Muskeln stark, sondern auch die Gelenke. Das Zusammenspiel von Knochen, Bändern, Sehnen und Bindegewebe wird stabiler, die Koordination verbessert sich und durch das gleichzeitige Training von Agonisten und Antagonisten werden muskuläre Dysbalancen und Fehlbelastungen vermindert. Zusätzlich werden die Gelenke beweglicher – das Bewegungsausmaß namens «ROM» (englisch: Range of Motion) vergrößert sich. Gelenkstoffwechsel und Durchblutung werden angeregt, Abbauprodukte ausgeschwemmt, Entzündungsprozesse positiv beeinflusst. Schmerzen können vermindert werden oder verschwinden sogar völlig.
Gerade bei Beschwerden hilfreich
Kurzum: Die Belastbarkeit der Gelenke steigt, die Funktionstüchtigkeit wird verbessert. Bei Arthrose von Knie und Hüfte stabilisiert Krafttraining die Gelenke und macht auf diese Weise das Gehen sicherer – denn häufig fehlt’s der betroffenen Muskulatur einfach nur an Kraft.
Krafttraining beim Verschleiß des Hüftgelenks?
Der Verschleiß des Hüftgelenks – die sogenannte «Coxarthrose» – ist eine weit verbreitete Erkrankung des älteren Menschen, die jährlich in Deutschland bei etwa 200.000 Patienten eine Implantation einer Hüftprothese erforderlich macht. Diese Operation steht meist am Ende eines jahrelangen Leidensweges: Zunehmende Bewegungsschmerzen führen zur Vermeidung körperlicher Betätigung und sportlicher Gewohnheiten. Das Körpergewicht nimmt zu. Der eigentlich kräftig angelegte Muskelmantel dieses Kugelgelenks verkümmert und begünstigt seinerseits durch Verkürzungen die fortschreitende Einsteifung der Gelenkfunktion. Die Schritte werden kürzer, der Gang gebeugt und hinkend. Der Versuch, die fehlende Beweglichkeit des Hüftgelenks zu kompensieren, führt in vielen Fällen zu einer Überlastung der Lendenwirbelsäule. Nicht selten führt erst ein hartnäckiger Rückenschmerz zum ersten Arztbesuch – und nicht das Hüftleiden selbst.

Wird in diesem Stadium ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt, ist dies erst einmal eine rein schmerztherapeutische Maßnahme. Die Mobilität des Betroffenen ist hierdurch meist noch nicht verbessert. Die Coxarthrose ist eben keine reine «Gelenkerkrankung », sondern im Wesentlichen ein Problem der «Weichteile», also der Kapseln, der Bänder und der Muskulatur.
Genau diese Weichteile aber sind es, die – bevor eine Operation überhaupt in Betracht gezogen wird – unbedingt gestärkt werden sollten. Das gesundheitsorientierte Kieser Training nach einem ärztlich vorgegebenen individuellen Programm mit angepassten Gewichten macht verkürzte Muskeln und Kapselstrukturen wieder elastisch und baut sie schrittweise auf. Die Streckung des Rumpfes sowie die Beugung und Spreizung im Hüftgelenk werden im Radius messbar verbessert; der Schmerz lässt nach und die Belastbarkeit nimmt zu. Auf diese Weise ist eine Hüftoperation oftmals um Jahre aufschiebbar. Wird sie dann doch erforderlich, so läuft man zumindest in der Reha jedem davon. Der Heilungsprozess vollzieht sich in der Regel schneller und der Patient findet deutlich schneller in einen mobilen Lebensalltag zurück.
Dr. med. Falk-Christian Heck, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Chirotherapie – Sportmedizin Medizinische Kräftigungstherapie
