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Liebe Leser,

in einer Gesprächsrunde mit der deutschen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt wurde das Thema «Prävention und Effizienz im Gesundheitssystem» thematisiert. Die anwesenden Fachleute waren sich einig, dass Kieser Training eine gute Sache sei. Einig waren sie sich aber auch, dass jene, die es am nötigsten hätten, sich da nicht einfänden, sondern die gebildete Mittelschicht. Dies ist nicht nur eine Frage des Angebots. Gesundheit und eigenverantwortliches Handeln sind eben auch eine Sache der Bildung. Daher gilt es, das Wissen um die Zusammenhänge von Gesundheit und körperlicher Aktivität sowie insbesondere das Interesse und den Spaß an der Bewegung schon früh zu fördern. Vor einigen Monaten musste ich einen Satz in der «Neuen Zürcher Zeitung » zweimal lesen, weil ich aufgrund seiner prospektiven Bedeutung erschrak: «Derzeit wächst eine Generation heran, die wahrscheinlich vor ihren Eltern stirbt.» Muskelatrophie, Adipositas, Diabetes II, Skoliosen etc. treten mangels körperlicher Betätigung schon bei Neunjährigen auf – Befunde, die wir bislang von älteren Menschen kennen. Vor diesem Hintergrund ist neben Aufklärungsarbeit und Präventionsprogrammen auch das Engagement von Eltern und Lehrern gefragt. Denn körperliche Aktivität in Kindheit und Jugend liefert die Basis für eine lang anhaltende Gesundheit.

Viel Vergnügen beim Lesen wünscht Ihnen Werner Kieser

 

Eine Frage der Gerechtigkeit

Werner Kieser hat auf einer hochrangig besetzten Podiumsdiskussion am 1. Juli in Berlin mit Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt über den Zusammenhang von Prävention und Effizienz im Gesundheitssystem diskutiert. Alle Experten äußerten sich eindeutig zu den positiven Effekten von Kieser Training. Klar wurde aber auch: Das Finanzierungsproblem des Gesundheitssystems ist vor allem auch eine Frage der Bildungsgerechtigkeit.


Werner Kieser und Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt diskutierten über Prävention
und Effizienz im Gesundheitswesen.
Foto: © Christof Rieken

Gegen Ende der Diskussionsrunde stellte Ulla Schmidt fest: «Wenn mehr Menschen kiesern würden, müssten weniger zum Arzt rennen und die Hausärzte hätten für den einzelnen Patienten wieder mehr Zeit.» Es war die Antwort der Ministerin auf die Frage, wie die Qualität der ärztlichen Beratung gesteigert werden könne. Das Schmidt‘sche Bonmot reihte sich ein in die Liste positiver Wortbeiträge, die Werner Kieser beim «Innovationsdialog» der politischen Zeitschrift «Berliner Republik» über sein Training gehört hatte.

Krafttraining sei «der stärkste Schutz vor Muskel-Skelett-Erkrankungen», befand etwa Prof. Dr. Rolf Rosenbrock vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Die Übungen seien «genauso wirksam wie ein Medikament», urteilte Prof. Dr. Herbert Löllgen, Kardiologe und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention. Sie steigerten die allgemeine Leistungsfähigkeit, reduzierten die Anfälligkeit für Bluthochdruck und Diabetes und erhöhten die Lebenserwartung.

Löllgen unterstrich, dass sich das Training besonders für ältere Menschen auszahle: «Wer seine Muskulatur kräftigt, reduziert die Sturzgefahr und Fallneigung sehr deutlich.» Generell trage Krafttraining dazu bei, die Selbstständigkeit im Alter zu erhalten. «Es verschiebt die Demenzentwicklung um ein bis zwei Jahre nach hinten. Und dadurch können natürlich immense Behandlungs- und Pflegekosten eingespart werden.»

Die Reduzierung von Kosten im Gesundheitssystem ist seit Langem ein zentrales Anliegen von Werner Kieser. «Rückenleiden kosten die Deutschen jedes Jahr fast 50 Milliarden Euro. Diese Zahl ließe sich locker auf zehn Milliarden senken. Es müssten sich nur einfach mehr Menschen in meine Maschinen setzen», erklärte Kieser. In diesem Punkt waren sich alle Diskutanten einig: Das Gesundheitssystem hat auch deshalb ein Finanzierungsproblem, weil viele Menschen nicht genug auf ihre Gesundheit achten und zu wenig Zeit für Präventionsmaßnahmen aufwenden.

Ministerin Schmidt betonte, dass vielen Menschen dazu allerdings von vorneherein die Möglichkeiten fehlten: «Es ist leider noch immer so: Wer aus einer sozial schwachen Familie stammt, hat schlechtere Bildungschancen, somit schlechtere berufliche Chancen und dadurch auch schlechtere Gesundheitschancen.» Gesundheitsexperte Rosenbrock nannte Zahlen: «Teilt man die Gesellschaft nach dem Einkommen in fünf gleich große Teile, haben die Menschen aus dem untersten Fünftel ein doppelt so hohes Risiko, ernsthaft krank zu werden, wie Menschen aus dem obersten Fünftel – und das in jedem Alter.»

Unsere Muskeln …
… machen gute Laune


Foto: Michael Ingenweyen

Entschuldigen Sie, dürfen wir Ihnen mal so richtig die schlechte Laune verderben? Wir haben das perfekte Mittelchen gegen Miesepetrigkeit und Müdigkeit, Trainingsunlust und Trübsinn. Unser Geheimnis? Stemmen Sie Gewichte! Nebenwirkungen garantiert inklusive, denn Krafttraining macht nicht nur müde Muskeln munter, sondern weckt auch die Lebensgeister. Logisch: Schwindet die vermaledeite Last mit den Kreuzschmerzen von unseren Schultern, sind wir einfach unbeschwerter. Hinzu kommt dieser tolle Trick mit der Körperhaltung – die neu hinzugewonnene Rückenkraft richtet uns im wahrsten Sinne auf. Davon profitiert auch unsere Psyche. Ein kleiner Selbstversuch: Lassen Sie sich mal richtig hängen – krummer Buckel, schlaffe Schultern, das Kinn sinkt nach unten. Die klassische Trübe- Tassen-Haltung eben, in der wir uns leider ab und zu selber erwischen. Und nun machen Sie bitte den Rücken gerade, strecken die Brust raus, nehmen die Schultern zurück und lassen Ihren Kopf über der Wirbelsäule thronen. Fühlt sich richtig gut an, oder? Dahinter steckt Folgendes: Unsere Körperhaltung wirkt als Stimmungsbarometer für unsere Seele. Wir können also mit einem bewussten Körperumgang ganz einfach in den Gute-Laune-Modus schalten. Und nebenbei bemerkt: Wer aufrecht durchs Leben streift, strahlt schlichtweg Aufrichtigkeit, Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein aus. Eine Wirkung, die – mal ganz unter uns – ihre Anziehungskraft auf andere Menschen nicht verfehlt ...

Eröffnungen

September 2009
Feldstraße 2 a, 21335 Lüneburg
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