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Der Stoffwechsel: Motor unseres Lebens

Ohne Stoffwechsel könnten wir nicht existieren – der gigantische Regelmechanismus versorgt unseren Körper mit Energie

Eigentlich verrät uns schon die Bezeichnung, worum es geht: Unser Stoffwechsel ist für den Austausch von Stoffen zuständig. In Mund, Magen und Darm werden die in der Nahrung enthaltenen Nährstoffe herausgelöst, in Einzelbestandteile zerlegt und über das Blut zu den jeweiligen Zielorganen transportiert. Dort werden sie umgewandelt, weiterverarbeitet oder verbraucht. Dieses komplexe Zusammenspiel wird über Hormone und Enzyme gesteuert und dient dem Aufbau, Erhalt und der Reinigung unserer Körpersubstanz. Somit ist unser Stoffwechsel ein permanenter Energie- und Substratfluss.

Mini-Kraftwerke Mitochondrien
Durch diesen Prozess entstehen neue Zellen, Hormone, Blutbestandteile und zudem werden die Mitochondrien versorgt, die für die Produktion von Energie zuständig sind. Diese Mini- Kraftwerke sind in jeder Zelle unseres Körpers zu finden – je stoffwechselaktiver eine Zelle, desto mehr Mitochondrien sind vorhanden. In einer einzigen Muskelzelle arbeiten 1.000 bis 2.000 dieser winzigen Energiefabriken. Eine trainierte Muskelzelle hat doppelt so viele Mitochondrien wie eine untrainierte und kann dadurch deutlich mehr Energie produzieren. Die verschiedenen Nährstoffe aus der Nahrung verwertet unser Stoffwechsel unterschiedlich: aus den Kohlenhydraten entstehen verschiedene Einfachzucker, aus den Proteinen die Aminosäuren und aus Fetten kleinere Fetteinheiten.

Kohlenhydrat-Stoffwechsel: Turbo für Hirn und Muskeln
Brot, Nudeln oder Müsli baut unser Verdauungstrakt zu Glukose ab und gibt diesen Einfachzucker ins Blut ab – ein schneller Energielieferant, der unseren Zellen und Muskeln immer zur Verfügung steht und den wir vor allem für unser Gehirn benötigen.

Protein-Stoffwechsel: Architekt der Zellen
Etwa 20 Prozent des menschlichen Körpers bestehen aus Aminosäuren, mit deren Hilfe Körperzellen aufgebaut und repariert werden. Neun der 20 Aminosäuren sind essentiell, d. h., der Körper kann sie nicht selbst herstellen und ist auf die Zufuhr aus der Nahrung angewiesen.

Fett-Stoffwechsel: Unerschöpfliches Energiereservoir
So schlecht ihr Ruf auch ist – Fette sind ebenfalls unverzichtbar für unsere Körperfunktionen und stellen dank ihres hohen Brennwertes die größte Energiequelle dar. Leider sind sie nahezu unbegrenzt speicherbar und manifestieren eine zu hohe Kalorienzufuhr in gesundheitsschädlichen Fettdepots.

 

 

Welche Auswirkung hat Kieser Training eigentlich auf …

… den Stoffwechsel?

Eine kräftige Muskulatur lässt uns nicht nur schneller laufen, höher springen und schwerer heben – als größtes Stoffwechselorgan neben der Leber spielt sie auch eine Schlüsselrolle für einen funktionierenden Zucker- und Fettstoffwechsel

Der Grundumsatz – Energiestoffwechsel in Ruhe
Etwa 1.500 bis 2.000 Kilokalorien verbraucht unser Körper pro Tag in Ruhe, d. h. zur Erhaltung der Lebensfunktionen. 20 bis 40 Prozent dieses sogenannten Grundumsatzes verbrauchen allein unsere Muskeln. Dieser Energieverbrauch steht in engem Zusammenhang mit dem muskulären Anteil im Körper – je mehr Muskelmasse, desto höher der Grundumsatz.

Energieverbrauch beim Krafttraining
Krafttraining erhöht natürlich auch direkt den Kalorienbedarf. So konnten Studien nachweisen, dass eine halbe Stunde Muskeltraining bei Frauen mit bis zu 200 Kilokalorien, bei Männern mit bis zu 300 Kilokalorien zu Buche schlagen kann.

Kalorienbedarf nach dem Training
Zusätzlich gibt’s den sogenannten Nachbrenneffekt: Auch nach dem Training ist die Stoffwechselaktivität erhöht und verbraucht vermehrt Energie. Ursache dafür sind Regenerationsmechanismen, die im Körper ablaufen. Studienergebnisse geben Werte von 14 Kilokalorien in der ersten Viertelstunde bis zu 23 Kilokalorien in der ersten Stunde nach der Trainingsbelastung an. Klar ist: je intensiver das Training, desto größer der Nachbrenneffekt.

Blutfettwerte und Körperfett im Minus
Doch nicht nur der Kalorienverbrauch, auch der Fettstoffwechsel wird durch Muskeltraining positiv beeinflusst: Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass ein muskelaufbauorientiertes Trainingsprogramm ähnlich wie ein Ausdauertraining die Cholesterinwerte verbessert und somit Schutzfunktion für das Herz-Kreislauf-System besitzt. So erhöht auch Krafttraining den gesundheitlich wertvollen HDL-Cholesterinwert und senkt den schädlichen LDL-Cholesterinwert. Zudem sorgt der Kalorienverbrauch durch erhöhten Grundumsatz, Training und Nachbrenneffekt erwiesenermaßen für eine Reduktion des Körperfettanteils.

Summa summarum ...
... kann Krafttraining sogar den entgleisten Stoffwechsel beim metabolischen Syndrom positiv beeinflussen, da es auf das gefährliche Quartett aus Fettleibigkeit, Bluthochdruck sowie erhöhten Blutfettwerten und Blutzuckerspiegel einwirkt. Zusätzlich zu Ernährungsumstellung und Ausdauertraining kann ein Muskeltraining das Erkrankungsrisiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes senken.

Der Tipp vom Arzt

Was tun bei Alterszucker?

Diabetes mellitus Typ II ist bekannt als Altersdiabetes, doch wäre «Inaktivitäts- Zucker» die treffendere Bezeichnung, denn mit dem Alter hat diese Krankheit wenig zu tun. Eine fehlende erschöpfende Belastung der Skelettmuskulatur ist neben einer falschen Ernährung das größte Manko. Dies erklärt, warum der Zuckerstoffwechsel zunehmend auch bei jungen Erwachsenen und sogar bei Kindern aus den Fugen gerät.


Dr. med. Martin Weiß
Facharzt für Allgemeinmedizin und
Chirotherapie mit Schwerpunkt
Medizinische Kräftigungstherapie

Nach einer Mahlzeit schüttet die Bauchspeicheldrüse den «Botenstoff » Insulin aus, der Muskel- und andere Körperzellen über spezielle Rezeptoren für die Aufnahme von Glukose öffnet. Diese dient den Mitochondrien als Energielieferant. Bei einer Veranlagung zum «Alterszucker » lässt die Empfindlichkeit der Insulinrezeptoren je nach Ausmaß der geleisteten Muskelarbeit nach: Je weniger die Muskeln gefordert werden, desto mehr widersetzen sie sich dem Botenstoff Insulin und damit der Aufnahme von Glukose in die Zellen. Die überschüssige Glukose im Blut wird in Fettsäuren umgebaut und als Fett im Körper eingelagert. Dies versucht die Bauchspeicheldrüse mit einer vermehrten Insulinproduktion zu kompensieren. Allerdings bremst das Insulinüberangebot den Abbau der Fettdepots und schädigt zusätzlich die Blutgefäße. Das Risiko eines Herzinfarkts und Schlaganfalls geht also von einem zu hohen Blutzucker und einem erhöhten Insulinspiegel aus.

Durch eine medikamentöse Behandlung wird zwar die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse oder die Sensibilität der Muskelzelle für Insulin heraufsetzt, doch ist dies reine Blutzucker-Kosmetik, zielt sie doch lediglich auf die Symptome – mit ungewissen Folgen für die Gesundheit. Als Arzt rate ich Ihnen, selbst positiv Einfluss auf die Erkrankung zu nehmen: Ein intensives Krafttraining kombiniert mit ausdauernder Bewegung und einer gesunden Ernährung sind die besten «Medikamente» gegen Diabetes – und zwar in jedem Alter! Sie senken Blutzucker und Insulinspiegel und vermindern dadurch das Krankheits-Risiko deutlich.

Sie haben Fragen? Die Ärzte in unseren Kieser Training-Betrieben beraten Sie gerne.