Ausgabe für Deutschland | www.kieser-training.com     Seite drucken     PDF

Die Maschine des Monats

Lumbar-Extension-Maschine


Beschwerden, die häufig durch den Muskelmassenverlust infolge von körperlicher Passivität und mangelndem Widerstand auftreten, lassen sich durch eine gezielte Kräftigung der tiefen wirbelsäulenstabilisierenden Rückenmuskulatur lindern und sogar bis zur Symptomfreiheit therapieren.

Die Lumbar-Extension-Therapiemaschine (LE-) ermöglicht ein optimales Training dieser nur schwer erreichbaren Muskeln.

Normalerweise sind bei der Rückenstreckung nicht nur die Rückenstrecker, sondern auch Gesäß- und Beinmuskeln aktiv, die in einer so genannten Muskelschlinge zusammenarbeiten (vgl. Artikel «5 Fragen zu…»). Und genau das wird durch die Therapiemaschine verhindert: Eine besondere Fixierung des Patienten durch Beckenrolle, Fußrasten, Oberschenkelpolster und -gurte sorgt dafür, dass alle Hilfsmuskeln «ausgeschaltet» werden, sodass die Bewegung ausschließlich durch die Rückenstrecker ausgeführt wird. Durch diesen Kunstgriff der Isolierung gelingt ihre Kräftigung – genau das macht die Therapie so effizient und erfolgreich.

 

 


Der Expertentipp

Sie leiden unter chronischen Rückenschmerzen – Blockaden, Bandscheibenvorfällen oder Reizungen der Nervenwurzeln? Das muss nicht sein – bei acht von zehn Fällen sind dies die Folgen einer zu schwachen tiefen Rückenstreckmuskulatur, die die Wirbelsäule aufrecht und stabil hält.

Um diese Muskeln aufzutrainieren, empfehle ich die Medizinische Kräftigungstherapie. Auf Basis einer genauen Diagnostik der Kraft der Rückenstrecker und der Beweglichkeit der Wirbelsäule erstellt der Arzt Ihr Programm für das von einem Therapeuten begleitete Training.

Aktuelle Studienergebnisse belegen die Effizienz dieser Therapie: Nach nur drei Monaten reduzierte sich die Schmerzintensität der Studienteilnehmer um 36 Prozent, die Beeinträchtigungen durch die Schmerzen sogar um 42 Prozent. Viele Patienten berichten von einer Schmerzreduktion nach nur drei Sitzungen – wird der Teufelskreislauf aus Schmerz und Schonhaltung durchbrochen, kann im Training und im Alltag wieder mehr Kraft aufgebracht werden.

Mehr Informationen erhalten Sie in den Arztpraxen für Medizinische Kräftigungstherapie.

Dr. Sven Goebel, Forschungsabteilung Kieser Training

Neues aus der Wissenschaft – Schmerz

Krafttraining reduziert Schmerzen im Schnitt um 36 Prozent

Unter dem Motto «Kieser Training wirkt» trat Werner Kieser mit einer wissenschaftlichen Studie den Beweis für die hohe Wirksamkeit seiner Trainingsmethode an (siehe Titelseite). Eines der interessantesten Ergebnisse: der positive Effekt des gesundheitsorientierten Krafttrainings auf die Schmerzanfälligkeit der Trainierenden. In der Studie der Forschungsabteilung Kieser Training haben 531 Probanden in den 119 deutschen Kieser Training-Betrieben ein halbes Jahr durchschnittlich zwei Mal pro Woche unter Normalbedingungen trainiert. Zu Beginn der Studie klagten acht von zehn Studienteilnehmern über Schmerzen. Nach sechs Monaten waren 42,4 Prozent komplett beschwerdefrei. Zur Erhebung der Daten wurde ein Selbsteinschätzungsfragebogen verwendet. Die Probanden mussten auf einer Skala von 1 bis 6 angeben, ob Sie in den vergangenen vier Wochen unter körperlichen Schmerzen litten. Die Stärke der Schmerzen reduzierte sich im Schnitt um 36 Prozent.

Schmerz ist für das alltägliche Leben von Bedeutung, da er auch als Warnsignal im Körper auftritt und diesem hilft, sich vor weiterer Schädigung zu schützen. Besonders Rückenschmerzen lösen oft instinktiv Schonhaltungen aus. Diese entsprechen aber in den meisten Fällen nicht der ausgeglichenen Körperhaltung, sodass bestimmte Muskelgruppen übermäßig beansprucht werden und verspannen. Die Schmerzen nehmen wieder zu und der Teufelskreis beginnt. Die Ruhestellung der Wirbelsäule führt zu einer Unterbelastung der Muskeln mit der Folge, dass diese zu schwach werden und ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen können. Denn eine gut trainierte Muskulatur stützt und schützt den Bewegungsapparat wie ein Korsett.

Ein wirksamer Ausweg ist der Aufbau von Kraft durch ein Training an Maschinen. Die «Kieser Training wirkt»- Studie hat gezeigt, dass bei den Trainierenden mit der Abnahme ihres Schmerzniveaus auch die Beeinträchtigungen infolge der Schmerzen zurückgingen. Der «Effects of Pain»-Index (EPI) misst, wie die Schmerzen den Studienteilnehmer beeinflussen: seine Stimmung, seinen Schlaf, seine Freizeitgestaltung, seine Lebensfreude. Nach sechs Monaten Training zeigt der EPI-Wert: Die Probanden, die zu Beginn der Studie unter starken Schmerzen litten und die Medizinische Kräftigungstherapie absolvierten, konnten solche Beeinträchtigungen nahezu halbieren.

5 Fragen … zum Muskel

Ein Muskel kommt selten allein – meist ziehen mehrere Muskeln gemeinsam an einem Strang

Wie arbeitet ein Muskel?
Ein Muskel zieht sich zusammen. Mehr kann er nicht. Den Befehl hierzu erhält er vom Gehirn – dieser läuft über das Rückgrat bis zur motorischen Endplatte, wo er von der Nervenfaser auf die Muskelfaser übertragen wird. Dieser Befehl kann willkürlich, aber auch unwillkürlich erfolgen. Durch die Kontraktion bewegt der Muskel einen Knochen in einem oder gleich in mehreren Gelenken – Bewegung beruht also auf dem Prinzip von Zug und Gegenzug.

Wofür ist ein Agonist verantwortlich?
Muskeln sind keine Einzelkämpfer; Spieler und Gegenspieler – Agonist und Antagonist – arbeiten stets zusammen. Dabei gibt es meist einen Muskel, der für die Bewegung hauptverantwortlich ist: Das ist der Agonist. Beispiel gefällig? Sie strecken Ihre Beine an der B1. Logisch, dafür ist der Beinstrecker auf der Oberschenkelvorderseite zuständig – er ist der Hauptmuskel.

Und was macht dann ein Antagonist?
Für eine genaue Koordination muss gleichzeitig auch der Antagonist mitspielen. Das ist in diesem Fall der Beinbeuger auf der Oberschenkelrückseite. Als Gegenspieler zum Agonisten gibt er dosiert nach und wird dabei gedehnt – durch seine Abbremsbewegung justiert er die Bewegung. Soll das Bein wieder in die Gegenrichtung bewegt werden, zieht sich der Antagonist zusammen. Übrigens: Bei der Beinbeugung an der B7 übernimmt der Beinbeuger auf der Rückseite des Oberschenkels die Agonistenrolle und die Oberschenkelvorderseite wird zum Gegenspieler. Je nach Maschine sind die Muskeln also mal Agonist, mal Antagonist.

Was ist eine Muskelschlinge?
Kaum eine Bewegung im Körper kommt nur durch einen Muskel allein zustande. In den meisten Fällen ist es ein komplexes Miteinander von mehreren Muskeln oder auch Muskelgruppen. Trainieren Sie an der B6, der Beinpresse, ist Ihre gesamte Oberschenkel- sowie die Gesäßmuskulatur beteiligt – sie bilden bei dieser Bewegung eine Muskelschlinge.

Wie arbeitet die Muskulatur im 4-2-4-Rhythmus?
Durch Anspannung der Muskulatur, auch Kontraktion genannt, arbeiten Sie beim Krafttraining gegen einen Widerstand. Beim Kieser Training kommen dabei die drei wichtigsten muskulären Arbeitsweisen zum Einsatz. Heben Sie das Gewicht zunächst an, kontrahiert die Muskulatur und verkürzt sich dabei, Sie überwinden den Widerstand und bewegen die Last nach oben. Diese konzentrische Arbeitsweise entspricht den ersten vier Sekunden jeder Wiederholung. In den folgenden zwei Sekunden halten Sie das Trainingsgewicht. Die Muskulatur ist angespannt, verkürzt sich aber nicht weiter. Auch diese statische Haltearbeit stellt einen adäquaten Trainingsreiz dar. Beim vier Sekunden dauernden Absenken des Gewichts arbeitet Ihre Muskulatur exzentrisch, wird unter Anspannung gedehnt und bremst die Last dadurch ab – ein weiterer hochintensiver Reiz für Ihre Muskeln.