Ausgabe für Deutschland | www.kieser-training.com
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Professor Schmidtbleicher im Gespräch mit Werner Kieser.
Foto: © Kieser Training/Michael Ingenweyen
Herr Professor Schmidtbleicher, Sie waren Mitglied des unabhängigen Expertenbeirates der Studie «Kieser Training wirkt» mit 531 Teilnehmern in 118 Betrieben. Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere an dieser Studie?
Bei der Studie handelt es sich um eine sogenannte Multi-Center-Studie. Das bedeutet, dass sie in verschiedenen Zentren durchgeführt wurde, in diesem Fall Kieser Training-Betrieben. In der Wissenschaft gilt eine solche Studie generell als aussagekräftiger als eine, die lediglich an einem Ort stattfindet, da auf diese Weise mehrere Untersucher einbezogen sind. Außerdem ist die Zahl der Studienteilnehmer mit 531 sehr hoch.
Lassen sich Ergebnisse, die an unterschiedlichen Orten gewonnen werden, überhaupt vergleichen?
Bei dieser Untersuchung sogar besonders gut. Schließlich arbeiten alle Trainingsbetriebe mit dem gleichen Maschinenpark und dem gleichen Trainingskonzept. Ebenso sind die Trainerinnen und Trainer alle vergleichbar gut ausgebildet. Auf diese Weise wurde das Prinzip der Konstanz, also die Vergleichbarkeit, sogar besonders gut eingehalten – gerade mit Blick auf andere Multi-Center Studien.
Allerdings wurde die Untersuchung von der Forschungsabteilung der Kieser Training AG durchgeführt. Kann man Ergebnissen, die gewissermaßen im eigenen Haus gewonnen werden, überhaupt vertrauen?
Um die Studie in ihrer Anlage, ihrer Durchführung und auch in ihrer Auswertung kritisch zu überprüfen, gab es den Expertenbeirat aus insgesamt fünf unabhängigen Wissenschaftlern, zu denen auch ich gehörte. Und wir als wissenschaftlicher Beirat waren uns einig, dass die Studie durch eine sehr präzise Vorgehensweise auf hohem wissenschaftlichen Niveau besticht. Somit bürgen wir gewissermaßen für die Objektivität der Ergebnisse.
Hätte sich die Studie nicht auch direkt an einer unabhängigen Stelle, zum Beispiel einem Universitäts- Institut, realisieren lassen?
Dagegen sprechen ökonomische Überlegungen. Eine Untersuchung von dieser Größenordnung und Dauer hätte – selbst bei vorsichtiger Schätzung – einen Kostenaufwand von 150.000 bis 200.000 Euro leicht überschritten. Auch die hohe Teilnehmerzahl und die besonders gut vergleichbaren Voraussetzungen an den verschiedenen Orten der Untersuchung hätte eine neutrale Forschungsinstitution nur sehr viel schwerer realisieren können.
Details zur Studie finden Sie auf Seite 3 unter «Neues aus der Wissenschaft» und unter www.kieser-training.de/studienergebnisse
Prof. Dr. Dr. h.c. Dietmar Schmidtbleicher promovierte zum Thema «Maximalkraft und Bewegungsschnelligkeit » und habilitierte 1986 an der Philosophischen Fakultät der Universität Freiburg. Seit 1987 ist er Professor am Institut für Sport und Sportwissenschaft der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, seit 1991 Lehrstuhlinhaber für den Arbeitsbereich Trainings- und Bewegungswissenschaften.
Zum Thema wird uns der Körper zumeist erst dann, wenn er sich störend bemerkbar macht, sprich, wenn er nicht mehr so funktioniert, wie wir es von ihm erwarten. Den menschlichen Körper kann man jedoch nicht bloß unter dem Aspekt seiner Funktionalität betrachten. Körper und Geist sind nur als wechselseitig sich bedingende Einheit denkbar. Ebenso wenig wie es der Geist ist, der sich den Körper baut (Schiller), ist das Geistige die Zeichensprache des Leibes (Nietzsche). Jede Sichtweise, die den Menschen auf bloßes Körper-Sein oder reines Geist-Sein reduziert, verfehlt einen wesentlichen Aspekt des In-der-Welt-Seins des Menschen. Das Ich beziehungsweise das Ich- Empfinden des Menschen lässt sich ebenso wenig durch die Messung von Hirnströmen erschöpfend erklären, wie sich ein Bandscheibenvorfall allein durch Handauflegen und gutes Zureden heilen lässt. Nur im untrennbaren Wechselspiel des geistigen und körperlichen Seins, das heißt, nur im als Einheit von Geistigem und Körperlichem verstandenen «Zwischen» kann sich das erfüllen, was sich im Begriff Mensch ausdrückt. Der Körper ist eben nicht nur unabdingbarer Mittler zwischen Ich und Welt, sondern ebenso Teil des Ichs, wie das Ich Teil des Körpers ist.
Dr. Siegfried Reusch, Chefredakteur der Zeitschrift «der blaue reiter – Journal für Philosophie», www.derblauereiter.de und www.verlag-derblauereiter.de

Der 33-jährige Sascha Zanolin ist seit 20 Jahren Kunde bei
Kieser Training in der Frankfurter Innenstadt.
Er arbeitet als Chef de Rang in der Gastronomie.
Herr Zanolin, Kieser Training feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag in Deutschland. Sie feiern mit, sind seit dem ersten Tag Kunde. Warum?
Das hat damit angefangen, dass ich einen Haltungsschaden vom Tragen des Schulranzens hatte. Deshalb hat mein Arzt gesagt, ich soll Rückengymnastik machen. Und das ist für einen Jungen mit 13 Jahren nicht so wirklich attraktiv. Als die Filiale aufgemacht hat, hieß der Werbespruch: «Ein starker Rücken kennt keinen Schmerz.» Ich habe einen Flyer mitgenommen. Der Arzt meinte, das könne ich machen und meine Eltern haben mir das erste Jahr bezahlt. Und nach zwei bis drei Monaten hatte ich keine Rückenschmerzen mehr und konnte gerade laufen.
Können Sie sich an Ihr erstes Training erinnern?
Ich weiß noch, dass mir aufgefallen ist, dass man die Übungen sehr langsam macht und die Trainer sehr genau hinschauen und einen verbessern. Schon damals hat mir die spartanische Einrichtung sehr gut gefallen. Ohne Musik und Schickimicki und alles ist sehr sauber. Man kann sich einfach sehr gut auf das Training konzentrieren.
Warum sind Sie dabei geblieben?
Gerade als 13-Jähriger will man ja lieber im Park Fußball spielen als im Fitnessstudio rumhängen. Ich bin auch nicht so der Bodybuilder-Typ, ich musste das ja wegen meines Rückens machen. Deshalb gefiel mir, dass man in einer halben Stunde sein Programm schafft. Und später habe ich im Armdrücken immer gewonnen und dann habe ich weitergemacht. (lacht)
Und heute?
Wenn ich drei Wochen nicht trainieren gehe, dann merke ich das. Dann beginnt im Rücken die Bandscheibe ein bisschen zu zwicken und ich habe das Gefühl, dass meine Muskeln mein Gewicht schlechter tragen. Das kann ich als Kellner nicht gut gebrauchen, ich bin ja den ganzen Tag auf den Beinen.
Trainiert man als Mittdreißiger eigentlich anders als im Teenager- Alter?
Da muss ich der Wahrheit die Ehre geben: Heute nehme ich lieber ein bisschen weniger Gewicht. Früher, wenn man gerade Rocky II geguckt hatte und dann ins Training ging, dachte man: «Hey, heut mach‘ ich alle Gewichte.» Das könnte ich theoretisch heute noch, aber inzwischen ist es mir wichtiger, den ganzen Körper gleichmäßig zu stärken.
Hat es Sie denn nie gereizt, ein klassisches Fitnessstudio auszuprobieren?
Am Anfang schon. Im Alter von 14 bis 18 Jahren gibt es ja auch viele Leute, die so was machen. Aber ich habe dann schnell gelernt, dass es einen Unterschied macht, ob man nur aufgepumpte Muskeln oder ob man wirklich Kraft hat.
Aber Sie haben die Konkurrenz nicht selbst ausprobiert.
Doch, ich habe mal ein Probetraining gemacht. Und ich habe ein Jahr in Amerika gelebt. Dort war ich in einem echten Fitness-Studio – mit Hanteln. Nachdem ich beim Bankdrücken mit 110 Kilo aber einmal eine halbe Stunde unter der Hantel gelegen habe, weil keiner im Studio war, habe ich das mit den Hanteln wieder gelassen.
Sie sind seit 20 Jahren dabei. Wie hat sich Kieser Training in dieser Zeit verändert?
Die Maschinen haben sich verändert. Nicht sehr oft und radikal, aber die Geräte wurden stückchenweise weiterentwickelt. Geblieben ist, dass die Mitarbeiter wirklich gut sind und dass immer ein Arzt da ist, der qualifiziert antworten kann, wenn man Fragen hat. Es ist schön, wenn man sieht, dass manche Mitarbeiter schon seit über zehn Jahren dort arbeiten. Auch das spricht für Qualität. Aber teurer ist es geworden.
Und, lohnt sich die Investition?
Ich war noch kein einziges Mal krankgeschrieben. Nicht einen einzigen Tag. Von der Lehre bis heute.
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