Ausgabe für Österreich | www.kieser-training.com
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ob Radio, Routenplanung oder Reiseführer – wer heute ein Smartphone hat, nutzt sie: «Apps» – kleine, mehr oder weniger sinnvolle Anwendungsprogramme. Und so wimmelt es im Netz auch von Gesundheits- und Fitness-Applikationen. Da werden Schritte und Kalorien gezählt, der «BMI» errechnet und Fitnessprogramme angepriesen, die suggerieren, dies ersetze die persönliche Anleitung durch einen Trainer.
Ich bin oft gebeten worden, eine «Kieser-App» zu entwickeln. Möchten Sie das wirklich? Stellen Sie sich das einmal vor: Während Sie festgezurrt in der Maschine Ihre Muskeln triezen, schnappt sich ein Instruktor Ihr Smartphone, um Einstellungen und Gewichte auf Ihrem Trainingsplan zu prüfen und Korrekturen einzutippen.
Manchmal sind die simplen Lösungen doch die besten. Individuelle Trainingsplanung und -steuerung gehören in die Hand des Fachmanns und sind durch keine App der Welt zu ersetzen. Die zugegebenermaßen etwas antiquiert wirkende Karte ist dabei nach wie vor der beste Garant zur Steuerung Ihres Fortschritts. Das lege ich auch denjenigen ans Herz, die glauben, ihr Ziel ganz ohne Dokumentation erreichen zu können. Damit trainieren Sie bloß Ihr Gedächtnis!
Viel Vergnügen beim Training und beim Lesen wünscht Ihnen Werner Kieser

Eines gleich vorweg: Das eine ersetzt das andere nicht. Beides ist wichtig, wobei gesundheitsorientiertes Krafttraining die Basis für viele Sportarten bildet.
Gesunder Sport mit Kraft
Krafttraining macht Muskelarbeit effizienter und führt so zu höherer Leistung. Außerdem stabilisieren Muskeln die Gelenke. Das ist gerade bei Ausdauersportarten wichtig, um einer vorzeitigen Gelenksabnützung entgegenzuwirken. Denn jede Sportart stellt spezifische, oft einseitige Belastungen an den Körper. Kieser Training kann ausgleichen und auf besondere Belastungen vorbereiten. Dadurch reduziert sich das Verletzungsrisiko.
«Die Frage sollte nicht sein, was und ob ich etwas mache, sondern wie ich Kieser Training mit weiteren Aktivitäten kombiniere», empfiehlt Ralf Kälin, Geschäftsführer von Kieser Training Österreich. Häufigkeit und Intensität der sportlichen Aktivitäten werden in der Zusammensetzung der Trainingsmaschinen berücksichtigt. Wer viel läuft, trainiert weniger Beine, dafür mehr Rumpf und Oberkörper. Kieser Training bietet 17 sportartspezifische Programme von Golf über Segeln bis Rad fahren. Kälin: «Für eine optimale langfristige Trainings- und Lebensqualitätsplanung sollten die aktuellen Ziele und Umstände bei jedem Termin mit einem Instruktor oder niedergelassenen Arzt besprochen werden.»
Sommerzeit ohne Reue
Der menschliche Körper ist für Bewegung geschaffen. Ausdauertraining in freier Natur sei daher jedem ans Herz gelegt. Jedoch nur als Ergänzung, denn so sehr das Training von Herz und Kreislauf im Freien motiviert, sind weder Rad noch Golfschläger ein adäquater Ersatz für Trainingsmaschinen. Zur Erhaltung und zum Aufbau der Muskulatur ist Krafttraining notwendig. Daher ist es immer noch besser, trotz sportlicher Aktivität im Freien alle 14 Tage zum Kieser Training zu gehen als gänzlich darauf zu verzichten.
Muskelschwund in der Sonne
Legt man sich auf die faule Haut, schwinden Kraft und Muskelmasse. Dabei gilt folgende Faustregel: In den ersten zwei Wochen gibt es keinen nennenswerten Kraftverlust, nach einem Monat einen leichten. Wer dann wieder einsteigt, kann seine Muskelkraft rasch wieder aufbauen. Daher ohne Reue den Urlaub genießen und schnell wieder in den gewohnten Trainingsrhythmus finden.
Bei der Frage, wie lange die Erholungsphase zwischen Kieser Training und Ausdauertraining sein soll, sind Intensität und Trainingserfahrung bestimmend: Wer erst kürzlich mit Kieser Training und Ausdauertraining begonnen hat, sollte zwischen beiden Aktivitäten 48 Stunden Pause einhalten. Wer schon länger und regelmäßig beides betreibt, kann durchaus am selben Tag beides absolvieren: etwa am Morgen laufen und nach einigen Stunden Erholung am Abend Kieser Training. Wichtig ist, das Training körperlich erholt zu beginnen. Alles andere wäre kontraproduktiv.
Angeblich sind Frauen ja per se dazu verdonnert, das sprichwörtlich schwache Geschlecht zu repräsentieren. Wir meinen: Das gehört eindeutig in die Klischee-Schublade! Mit einer Ausnahme: Betrachtet man die körperlichen Unterschiede zwischen Weiblein und Männlein, bleibt’s beim etwas angestaubten Schwäche-Mythos. Selbstverständlich gibt es starke Weiber und schwache Kerle, aber im Schnitt erreichen Frauen nun mal nur 70 Prozent der männlichen Kraft. Gleiches Alter und Körpergröße vorausgesetzt.
Grund für das weibliche Kraft-Defizit ist vor allem ein deutliches Muskel- Manko: Besteht ein männlicher Körper durchschnittlich zu etwa 40 bis 45 Prozent aus Muskulatur, kommt der weibliche Körper auf gerade mal 25 bis 35 Prozent. Verantwortlich dafür ist das männliche Sexualhormon Testosteron. Das ist zwar auch im Frauenkörper unterwegs – allerdings in wesentlich geringeren Mengen. Fakt ist: Testosteron baut Muskulatur auf. Männer profitieren also schlichtweg von einer günstigeren Hormonsituation.
Doch nicht alle Muskelgruppen halten sich an die 70-Prozent-Regel. Kraftmessungen bei Kieser Training konnten zeigen, dass der Kraftunterschied im Unterkörper geringer ist – Frauenbeine bringen es auf 74 bis 78 Prozent der männlichen Beinkraft. Dafür hapert’s in puncto Armmuskulatur. Hier erreichen Frauen meist nur 63 bis 65 Prozent der Männer-Kraftwerte. Der Statistik zum Trotz: Letztendlich zählt der Trainingsfleiß – und da stehen die Frauen den Männern in nichts nach. Exakt 50 Prozent der Kunden bei Kieser Training sind weiblichen Geschlechts – und das finden wir stark!
