Ausgabe für Schweiz | www.kieser-training.com     Seite drucken     PDF

Liebe Leser,

ob Radio, Routenplanung oder Reiseführer – wer heute ein Smartphone hat, nutzt sie: «Apps» – kleine, mehr oder weniger sinnvolle Anwendungsprogramme. Und so wimmelt es im Netz auch von Gesundheits- und Fitness-Applikationen. Da werden Schritte und Kalorien gezählt, der «BMI» errechnet und Fitnessprogramme angepriesen, die suggerieren, dies ersetze die persönliche Anleitung durch einen Trainer.

Ich bin oft gebeten worden, eine «Kieser-App» zu entwickeln. Möchten Sie das wirklich? Stellen Sie sich das einmal vor: Während Sie festgezurrt in der Maschine Ihre Muskeln triezen, schnappt sich ein Instruktor Ihr Smartphone, um Einstellungen und Gewichte auf Ihrem Trainingsplan zu prüfen und Korrekturen einzutippen.

Manchmal sind die simplen Lösungen doch die besten. Individuelle Trainingsplanung und -steuerung gehören in die Hand des Fachmanns und sind durch keine App der Welt zu ersetzen. Die zugegebenermaßen etwas antiquiert wirkende Karte ist dabei nach wie vor der beste Garant zur Steuerung Ihres Fortschritts. Das lege ich auch denjenigen ans Herz, die glauben, ihr Ziel ganz ohne Dokumentation erreichen zu können. Damit trainieren Sie bloß Ihr Gedächtnis!

Viel Vergnügen beim Training und beim Lesen wünscht Ihnen Werner Kieser

Stark genug für den Matchball?

Spiel, Satz und Sieg heisst es vom 20. Juni bis zum 3. Juli wieder in Wimbledon. Über Stunden schmettern Topspieler den gelben Ball über das Netz. Oft entscheidet eine einzige winzige kraftvolle Bewegung über den Matchball. Kraft zählt neben Technik, Taktik Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination zu den Erfolgsfaktoren von Profis und Amateuren.



Damit auch Sie ordentlich punkten und ein gutes Match hinlegen, sollten Sie Ihr Tennistraining zweimal wöchentlich 30 Minuten durch ein gezieltes Krafttraining ergänzen – unabhängig davon, ob Sie Freizeitsportler sind oder ambitioniert spielen. Der Grund: Mangelnde Kraft ist immer leistungsbegrenzend. Ein Plus an Kraft sorgt für die notwendige Spielstärke, um das Match zu gewinnen.

Gefordert sind im Match vor allem die Muskeln von Beinen, Rumpf und Rücken, Schultern, Unterarmen, Hand- und Sprunggelenken. «Oft leiden Tennisspieler an typischen muskulären Dysbalancen und Beschwerden », erklärt der Londoner Kieser Training Arzt Dr. Babar Abbas. «Zu den häufigsten Problemen zählen extreme Rückenschmerzen. Ursache ist eine zu schwache tief liegende Rückenmuskulatur», so Dr. Abbas weiter. «Das Problem sind aber nicht nur die Beschwerden. Sind Rücken- und Rumpfmuskeln zu schwach, hapert es auch mit der Schlagkraft. Denn die resultiert vor allem aus der Rumpfrotation und dafür braucht es starke Muskeln. Generell gilt: Ohne ein starkes Muskelkorsett ist ein sportliches Spiel schlichtweg nicht möglich.» Schnelle Spurts, abrupte Stopps, ständige Richtungswechsel und harte Returns strapazieren laut Dr. Abbas Gelenke, Bänder und Sehnen. Ob man Tennis spielt oder einen anderen Sport ausübt: Ohne durch Krafttraining darauf vorbereitet zu sein, führt es zu Muskelkrämpfen, Gelenk- und Bänderverletzungen sowie Sehnenansatzentzündungen wie dem gefürchteten Tennisarm.

«Wir können spezifische Trainingsprogramme für Tennis und andere Sportarten anbieten. Das schafft die richtige Basis, um gesund Sport zu treiben», empfiehlt Dr. Abbas. «Zusätzlich zu den Muskeln stärkt das Training auch Knochen, Bänder, Sehnen und Gelenke. So steigen auf der einen Seite Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit und auf der anderen Seite sinkt das Verletzungsrisiko», betont er. Für ein effizientes Training sorgen bei Kieser spezielle Geräte: Die F3 zur Rückenstreckung kräftigt beispielsweise die tiefen Rückenmuskeln, die E4/E5 zur Schulterdrehung nach innen und aussen trainiert die Muskeln der Rotatorenmanschette und die H3 und H4 zur Handdrehung nach innen und aussen stabilisieren die Handgelenke.

Der Profit in puncto Leistungskraft: Starke Muskeln lassen Sie höher und weiter springen, schneller laufen, härter schlagen und den Ball ordentlich beschleunigen. Und obendrein: Je beweglicher Sie sind, desto besser können Sie die Kraft aus ungewöhnlichen Positionen entwickeln. Kieser Training leistet aber noch mehr: Mit dem speziellen Tennisprogramm verbessern Sie auch Ihre Kraftausdauer. Der Effekt: Sie ermüden weniger schnell und bleiben länger sportlich am Ball. Besonders effektiv: Durch eine verbesserte inter- und intramuskuläre Koordination sowie eine gesteigerte Schnellkraft reagieren Sie schneller und gelingen Ihnen gute Aufschläge, energische Volleys und spektakuläre Returns. Bleiben Sie am Ball! Wir beraten Sie gerne.

Die starke Zahl

Angeblich sind Frauen ja per se dazu verdonnert, das sprichwörtlich schwache Geschlecht zu repräsentieren. Wir meinen: Das gehört eindeutig in die Klischee-Schublade! Mit einer Ausnahme: Betrachtet man die körperlichen Unterschiede zwischen Weiblein und Männlein, bleibt’s beim etwas angestaubten Schwäche-Mythos. Selbstverständlich gibt es starke Weiber und schwache Kerle, aber im Schnitt erreichen Frauen nun mal nur 70 Prozent der männlichen Kraft. Gleiches Alter und Körpergröße vorausgesetzt.

Grund für das weibliche Kraft-Defizit ist vor allem ein deutliches Muskel- Manko: Besteht ein männlicher Körper durchschnittlich zu etwa 40 bis 45 Prozent aus Muskulatur, kommt der weibliche Körper auf gerade mal 25 bis 35 Prozent. Verantwortlich dafür ist das männliche Sexualhormon Testosteron. Das ist zwar auch im Frauenkörper unterwegs – allerdings in wesentlich geringeren Mengen. Fakt ist: Testosteron baut Muskulatur auf. Männer profitieren also schlichtweg von einer günstigeren Hormonsituation.

Doch nicht alle Muskelgruppen halten sich an die 70-Prozent-Regel. Kraftmessungen bei Kieser Training konnten zeigen, dass der Kraftunterschied im Unterkörper geringer ist – Frauenbeine bringen es auf 74 bis 78 Prozent der männlichen Beinkraft. Dafür hapert’s in puncto Armmuskulatur. Hier erreichen Frauen meist nur 63 bis 65 Prozent der Männer-Kraftwerte. Der Statistik zum Trotz: Letztendlich zählt der Trainingsfleiß – und da stehen die Frauen den Männern in nichts nach. Exakt 50 Prozent der Kunden bei Kieser Training sind weiblichen Geschlechts – und das finden wir stark!