Ausgabe für die Schweiz | www.kieser-training.com
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Da gibt’s so einen ominösen Begriff, den wir immer wieder nutzen – die muskuläre Dysbalance. Gemeint ist: Manche Muskel- Teams harmonieren nicht miteinander – weil ein Kräfteungleichgewicht zwischen den Teampartnern besteht. Ein Dysbalancen- Klassiker sind hängende Schultern: Die Rückenmuskulatur ist zu schwach, die Brustmuskulatur zu kräftig und meist verkürzt. Verursacht wird diese Dysbalance meist durch stundenlanges Sitzen im Büro. Resultat: Die Schultern ziehen nach vorn, der Nacken verspannt. Doch wir wären nicht Kieser Training, wenn wir dafür nicht eine Maschine in petto hätten. Denn die C5 kräftigt die Schultermuskulatur und die Muskeln, welche die Schulterblätter zur Wirbelsäule ziehen. Perfekt passt dazu ein dehnungsbetontes Training an der D5 (Armkreuzen) und G1 (Schulterheben) – die beiden sorgen ebenfalls für eine aufrechte Haltung. In einigen Betrieben steht eine neue C5-Variante, mit der man mit dem Gesicht zur Maschine trainiert und nicht – wie bisher – vom Gerät wegschaut. So können Sie den Bewegungsumfang der Übung besser kontrollieren. Das ist gar nicht ominös: Für muskuläre Balance sorgen beide Varianten.

Anika Stephan
Forschungsabteilung Kieser Training
Die Skisaison steht vor der Tür. Nach Monaten wieder auf der Piste muss der Körper ungewohnte Belastungen meistern. Die Abfahrten belasten vor allem die Oberschenkel stark. Ohne gezielte Vorbereitung kann dies schnell zu einer Überanstrengung der Muskulatur und zu starkem Muskelkater führen. Starten Sie deshalb jetzt mit einem Schwerpunktprogramm für die Beine. Ein Halbnegativ-Training an der Kniestreckung B1 wirkt wie eine «Impfung» gegen Muskelkater und ein Superslow-Training an der Beinpresse B6 gibt Kraft für viele Carving-Schwünge. Komplettieren Sie das Training mit der Kniebeugung an der B5. Auch hier können Sie halbnegativ trainieren.
Halbnegativ-Training bedeutet, dass Sie das Gewicht mit beiden Beinen anheben, es aber nur mit einem Bein absenken. Beim Superslow-Training heben Sie das Gewicht betont langsam an – 10 statt 4 Sekunden. Für beide Varianten müssen Sie das normale Trainingsgewicht um etwa 20 Prozent reduzieren. Vereinbaren Sie am besten einen Termin mit einem Instruktor, um diese Trainingsvarianten oder unser Trainingsprogramm für Skifahrer kennenzulernen.

In Prävention und Therapie der
Osteoporose gibt es große
Fortschritte. Heute ist Osteoporose
nahezu immer zu vermeiden und
selbst in fortgeschrittenen Fällen
gut zu behandeln. Der Autor Dr.
med. Martin Weiß klärt auf über die
Möglichkeiten der Prävention und
der Therapie von Osteoporose.
Seitenanzahl: 160
(D) € 16,95, (A) € 17,50
ISBN: 978-3-89901-368-9
Osteoporose ist eine tückische Erkrankung – zunächst schwinden unmerklich Dichte und Masse der Knochen, später kommt es zu Brüchen und Deformationen, weil das Skelett der Belastung nicht mehr gewachsen ist. Knochenschwund ist vor allem eine Erkrankung des Alters, die dank der steigenden Lebenserwartung immer mehr Menschen betrifft – Frauen wie Männer (siehe: Die starke Zahl, S. 1).
An der primären Osteoporose erkranken vorwiegend Frauen zwischen 50 und 70 Jahren sowie Männer ab 70. Grund für den Altersunterschied: Bei den Frauen bringt der zunehmende Verlust des Geschlechtshormons Östrogen durch die Wechseljahre das Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau durcheinander. Die sekundäre Osteoporose ist eine seltener vorkommende Form. Hier wird die Knochensubstanz durch Veränderungen im Stoffwechsel als Folge anderer Erkrankungen oder Medikamente abgebaut.
Fakt ist: Neben Hormonänderungen sowie Kalzium- und Vitamin-D-Mangel verschlechtern ungesunde Lebensweisen wie Nikotin- und Alkoholkonsum den Knochenstoffwechsel. Eine weitere – und sehr wichtige – Ursache für die Entstehung einer Osteoporose: mangelnde muskuläre Belastung.
Beste Prophylaxe und auch Therapiemöglichkeit gegen schwindende Knochen sind deshalb ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung, reichlich Bewegung an der frischen Luft und knochenaufbauendes Krafttraining.
Doch wie wachsen Knochen? «Knochen sind nicht statisch, sondern unterliegen einem ständigen Umbau», erklärt Professor Dr. Alexander Pfeifer vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Bonn. «Knochen passen sich der jeweiligen Belastung an: Wo man Kraft auf sie ausübt, wachsen sie. Wo Beanspruchung fehlt, bauen sie sich ab.» Jüngst haben US-Wissenschaftler der Universität San Diego in Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Bonn Details über diesen Prozess herausgefunden. Ergebnis der internationalen Studie: Eine mechanische Belastung von außen – wie sie beim Muskeltraining auftritt – wird über Eiweißmoleküle ins Innere der Knochenzellen weitergeleitet. Dort sorgen die Zellkerne dafür, dass mehr und bessere Knochenzellen gebildet werden. Nun können die Forscher nach einer Möglichkeit suchen, diesen Prozess per Medikament zu beeinflussen, denn bislang gibt es keine knochenaufbauenden Arzneimittel. Bis die Wissenschaft so weit ist, gilt weiterhin: Krafttraining ist die beste Pille!
Die schönsten Geschichten schreibt immer noch das Leben. Oder das Training. Wenn tagtäglich tausende von Kunden in den Kieser Training-Betrieben ihre Muskeln kräftigen, bleibt das Leben eben nicht vor der Eingangstür – sondern passiert mittendrin. Unsere Serie: Reportagen aus dem Maschinenraum. Diesmal: Unser Kunde Werner David aus München beschreibt seine Erfahrungen in der Medizinischen Kräftigungstherapie.
Das zugrunde liegende Konzept ist ebenso unglaublich wie dreist: In der Kräftigungstherapie soll der Patient selbst aktiv an seiner Genesung mitwirken. Wo kämen wir denn hin, wenn alle Therapeuten eine derartig haarsträubende Einstellung hätten? Ich zahle ja, also macht mich gefälligst gesund! Statt unter den kundigen Händen eines Masseurs selig vor mich hin zu schnurren oder in der warmen Geborgenheit eines Fangokokons zu entschlummern, soll ich mich schinden wie ein Galeerensklave? Die Erklärung ist verblüffend und schwer zu akzeptieren: Die Kräftigungstherapie funktioniert.

Werner David,Kieser Training-Kunde
aus München
Verflixt! Soll ich etwa allen Ernstes Eigenverantwortung für meinen Körper übernehmen? Passives Leiden ist so herrlich stressfrei.
Los geht’s: Ein Gurt presst mich auf die Sitzfläche. Zusätzlich werden die Oberschenkel durch ein Polster fixiert. Mein jetzt nahezu zweidimensionaler Quadrizeps (Musculus quadriceps femoris) schickt die dritte SMS an Amnesty International. Die Füße stehen auf einer schrägen Platte, die Oberschenkelknochen sind in die Hüftpfanne gedrückt. Eine Beckenrolle verhindert jegliches Ausweichen. Den Rückenstreckern schwant Übles. Hilferuf an die Hilfsmuskulatur: «Hey, Jungs, wo steckt ihr? Glutaeus, Semimembranosus, meldet euch!» Doch alle Verbündeten sind blockiert und nicht einsatzfähig: Zum ersten Mal in ihrem Leben stehen die Lumbalextensoren mutterseelenallein an der Front. «Einundzwanzig – zweiundzwanzig – dreiundzwanzig – vierundzwanzig. Zwei Sekunden halten ...» Die Kieser-Betriebe haben offensichtlich direkten Anschluss an intergalaktische Wurmlöcher und verändern damit das Raum-Zeit-Kontinuum. Wie sonst könnten armselige zwei Sekunden so unendlich lang sein? Nach der vier Sekunden dauernden Rückkehr in die Ausgangslage beginnt das Grauen von vorn. Langsam macht sich Panik in den Reihen der Lumbalextensoren breit. Nach Ende der ersten Therapiesitzung treffen sie sich zu einer spontanen Krisensitzung. Ein noch völlig atemloser Musculus multifidus bringt die Befürchtungen auf den Punkt. «Ich will ja den Teufel nicht an die Wand malen, aber was machen wir, wenn dieser Spinner noch mal «kiesert »?» Lähmendes Schweigen senkt sich über die Reihen der Muskeln. «Wir kündigen», brüllen die hochroten kleinen intertransversarii im Chor. Sämtliche Muskeln befinden sich in Aufruhr und wappnen sich gegen eine erneute Attacke. Diese übertrifft die schlimmsten Befürchtungen der Muskeln. Kieser ist einfach hinterhältig. In jeder Therapiesitzung werden die Muskeln unbarmherzig weiter unter Druck gesetzt. Das dadurch ausgelöste Wettrüsten katapultiert die Rückenmuskeln weit über ihr bisheriges Kraftniveau hinaus. Nach und nach werden sie so dem Dornröschenschlaf entrissen und erbringen plötzlich Höchstleistungen. Die Wirbelsäule ist erst einmal völlig sprachlos. Einen derart stabilen Muskelpanzer hatte sie, wenn überhaupt, zuletzt als Teenager. Und der Schmerz? Der steht zunehmend auf verlorenem Posten, kämpft im Rückzug verzweifelt um jeden Fußbreit Boden – bis er schließlich aufgibt.
Die verblüfften Muskeln ziehen das doch etwas wehmütig gefärbte Resümee: Nichts ist fieser als Kieser!
